IRENA/ Rehabilitationsnachsorge

Niemand sollte glauben, dass mit dem erfolgreichen Abschluss der Rehabilitation das Kapitel „Wahrnehmung der Verantwortung für die eigene Gesundheit abgeschlossen ist.

Im Gegenteil, nachhaltige Strategien zur Sicherung des Rehabilitationserfolgs gewinnen immer mehr an Bedeutung. Dabei ist es zunächst unwichtig, ob man an einem Nachsorgeprogramm der Rentenversicherung teilnehmen darf und kann oder ob man sich für die Teilnahme an Selbsthilfe- oder Rehabilitationssportgruppen, für ein privat finanziertes Fitnessprogramm oder einfach für den eigenen Freizeitsport entscheidet.

Wichtig ist es, die inhaltlichen und methodischen Anregungen der Ärzte und Therapeuten für ein gesünderes Leben zu verinnerlichen und in den privaten Lebensplan einzubauen. Und ganz wichtig dabei ist der Vorsatz: Ich bewege mich mehr und besser!

Nicht für alle Patienten kommen die speziellen Nachsorgeprogramme der Rentenversicherungsträger in Betracht, aber für alle sollte gelten, dass zu einer erfolgreiche Absolvierung der Rehabilitation das Nachdenken über Möglichkeiten der Nachsorge gehört.

Bereits während der Rehabilitation werden die Patienten deshalb mehrfach über die Notwendigkeit und die spezifischen Möglichkeiten der Nachsorge informiert. Das erfolgt in Vorträgen, insbesondere im Vortrag zur Gesundheitsinformation, ebenso aber auch in ärztlichen Untersuchungen und Gesprächen zwischen Therapeuten und Patienten.

Selbstverständlich stellen wir dabei nicht nur notwendige Formen der medizinischen Weiterbehandlung oder die speziellen Nachsorgeprogramme der Rentenversicherungsträger vor, sondern auch die Vielfalt anderer Möglichkeiten – solche, die unsere Einrichtung selbst bietet (Rehabilitationssport bzw. therapeutisches Fitnesstraining im Rahmen von Therafit Görlitz) – und solche, die andere Träger anbieten (das können z.B. Sportvereine oder Selbsthilfegruppen sein).

Die Rentenversicherungsträger verfügen über spezielle Programme zur Rehabilitationsnachsorge, die davon ausgehen, dass die in der Regel zeitlich auf drei Wochen begrenzte medizinische Rehabilitation für einen Teil der Versicherten mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen nicht ausreichend ist, um den Behandlungserfolg nachhaltig zu sichern.

Rehabilitationsnachsorge ist also eine ambulante Leistung, die zur Vertiefung der  während der Rehabilitation erlernten Verhaltensstrategien und Selbsthilfeaktivitäten dient, um das Rehabilitationsergebnis auf Dauer sichern zu können.

Für Patienten der Deutsche Rentenversicherung Bund gilt seit Jahren das Konzept „IRENA“ (Intensivierte Rehabilitationsnachsorge).

Die anderen Rentenversicherungsträger erarbeiteten zum Teil eigene Konzepte, die inzwischen aber weitgehend dem der DRV Bund angepasst wurden, oder genehmigten – wie die DRV Knappschaft-Bahn-See – im Einzelfall die Teilnahme ihrer Versicherten an den Nachsorgeleistungen.

Die Entscheidung über die Notwendigkeit von Nachsorgeleistungen ergibt sich aus dem Verlauf der medizinischen Rehabilitation. Die Ärzte der Rehabilitationseinrichtung müssen den Nachsorgebedarf individuell feststellen und die Durchführung der Nachsorge empfehlen. Selbstverständlich ist die Zustimmung des Rehabilitanden notwendig.

Die Nachsorge soll möglichst bald nach der Rehabilitationsbeendigung begonnen werden.

Die Teilnahme an den Nachsorgeleistungen ist kostenfrei. Fahrtkosten werden je nach Kostenträger teilweise (pauschal) oder auf Antrag und bei Vorlage geeigneter Nachweise entsprechend der tatsächlichen Reisekosten erstattet.

HOY-REHA Görlitz führt seit 2003 Leistungen der Rehabilitationsnachsorge durch, für eigene Patienten, aber auch für Rehabilitanden anderer Rehabilitationskliniken, die in unserem Einzugsbereich wohnen.

Während der Rehabilitationsnachsorge können die Patienten in unserer Einrichtung weiterhin unter Anleitung der Sporttherapeuten an den Geräten der Medizinischen Trainingstherapie tätig sein und obendrein indikations- bzw. auch interessebezogen an verschiedenen Gruppen teilnehmen. So bieten wir zur Zeit folgende Gruppen an:

  • Nachsorgegruppen im Bewegungsbad nach den Indikationen: Wirbelsäule, obere Extremitäten, untere Extremitäten
  • Nachsorgegruppen im Bewegungsbad mit den Trainingsschwerpunkten: Koordination bzw. Konditionierung
  • Nachsorgegruppen im Gymnastikraum nach den Indikationen: Wirbelsäule, obere Extremitäten, untere Extremitäten
  • Nachsorgegruppen im Gymnastikraum mit den inhaltlichen Schwerpunkten: Gangschulung, Entspannung, Yoga, Therapeutisches Klettern

Eltern liegt die Gesundheit ihrer Kinder immer besonders am Herzen. Gesund und unbeschwert aufzuwachsen ist das oberste Ziel. Die Deutsche Rentenversicherung unterstützt sie hierbei nach einer Kinder- und Jugendreha auch weiter mit dem Angebot der Nachsorge. Hierbei sollen die Leistungsfähigkeit und die Gesundheit des Kindes langfristig verbessert und die Lebensqualität erhöht werden, z.B. wenn es darum geht, Freude und Lust an der Bewegung zu finden. Langfristig soll die Nachsorge helfen, dass die Kinder und Jugendlichen ohne Einschränkungen ihre schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren können und auch mit Handicap die gleichen Chancen haben wie alle anderen.

Eine Rehabilitationsmaßnahme ist zeitlich begrenzt.  Um das Ergebnis der Rehabilitation zu festigen und das Erlernte effektiv im Alltag sowie in Schule oder Ausbildung umzusetzen, braucht es mehr Zeit. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass gerade bei Kindern und Jugendlichen mit Adipositas eine zielgerichtete und mit der vorangegangenen Rehabilitation genau abgestimmte Nachsorge sinnvoll bzw. erforderlich ist. Folgende Formen der Rehanachsorge bieten wir an:

  • IRENA – Indikationsübergreifende Nachsorge
  • IRENA – Indikationsspezifische Nachsorge bei Adipositas

Die Reha-Nachsorge ist ein Angebot der Deutschen Rentenversicherung und kommt in Frage, wenn die DRV Kostenträger der Rehabilitation war.

Die Entscheidung, über die günstigste Form der Nachsorge, wird aus dem Verlauf der medizinischen Rehabilitation getroffen. Die stationäre Rehaeinrichtung leitet somit die Nachsorge ein. Innerhalb von 3 Monaten nach Rehaentlassung sollte die Nachsorge beginnen und 12 Monate nach Entlassung abgeschlossen sein. Die Angebote der Nachsorge laufen schul- oder ausbildungs-begleitend.

Sollte die Reha-Einrichtung keine Nachsorge einleiten, besteht noch bis 4 Wochen nach Reha-Entlassung die Möglichkeit, selbst einen Antrag bei der Rentenversicherung zu stellen.

 

Warum zur Nachsorge und nicht ins Fitnessstudio?

Der entscheidende Unterschied zwischen Training im Rahmen der Nachsorge und dem Krafttraining im Fitness-Studio ist die Ausbildung und Erfahrung der Therapeuten sowie die spezielle Geräteauswahl. Die Nachsorge-Therapeuten sind Sport- und Physiotherapeuten mit Ausbildung in Medizinischer Trainings-therapie bzw. Krankengymnastik. Sie arbeiten gezielt im Bereich Rehabilitation und Prävention und besitzen Erfahrungen mit Rehabilitanden, u.a. auch nach schweren Operationen. Für die Zeit der Nachsorge steht Ihnen das gesamte Team inkl. Arzt zur Verfügung.

Wer eine akute Covid-19-Erkrankung überstanden hat, ist nach einer zeitlich begrenzten Rehabilitationsmaßnahme noch lange nicht gesund und voll belastbar. Laut aktueller Studienlage trifft dies zumindest für einen großen Teil der Infizierten zu. Um das Ergebnis der Rehabilitation zu festigen und effektiv für die Anforderungen des Alltags zu stabilisieren, braucht es mehr Zeit. Studien zeigen, dass weiteres Training hierfür sehr hilfreich und zielführend für eine Wiederherstellung der Belastbarkeit für Beruf und Alltag ist.

Die Reha-Nachsorge ist ein Angebot der Deutschen Rentenversicherung zur Sicherung der Erwerbsfähigkeit. Dies setzt voraus, dass Sie mindestens für drei Stunden erwerbsfähig sind und keine Rente beantragt haben.

Die Entscheidung, über die für Sie günstigste Form der Nachsorge, wird aus dem Verlauf der medizinischen Rehabilitation getroffen. Die stationäre oder ambulante Rehaeinrichtung legt somit Art und Umfang des Nachsorgebedarfes fest und leitet die Maßnahme ein.

Über Inhalte und Schwerpunkte der Nachsorge, insbesondere bei der IRENA, entscheidet das Nachsorgeteam unseres Hauses geleitet durch den Arzt unserer Einrichtung.

Sollte die Reha-Einrichtung keine Nachsorge einleiten, besteht noch bis 4 Wochen nach Reha-Entlassung die Möglichkeit, selbst einen Antrag bei der Rentenversicherung zu stellen.

Weitere Leistungen in der Rehabilitation: